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Sonntag, 14. Februar 2016

3 Holder - Als Tor in die Anderswelt


Samhain: Keltisches Neujahr und der Holunder

Der Holunder ist eigentlich DER Baum in Bezug auf unsere Ahnen und die Anderswelt der Kelten.
Früher hatte jedes Gehöft seinen Haus- oder Hofholunder, der als heilige Pflanze sehr verehrt wurde.
Er war als eine Art Lebensbaum eng mit dem Schicksal der Sippe verbunden. Man glaubte, dass er die Wohnstätte guter Geister, der Elfen und Heilkobolde und auch der ungeborenen Seelen sei. Der Holunder galt als Tor in die Anderswelt.

Unter dem Hausholunder opferte man Milch, Bier oder Brot für die die Holundermutter, die große Göttin, vor allem in ihrem Aspekt als Totengöttin, als Herrin der Unterwelt. Auch die Ahnen wurden am Holunder dankbar mit Opfergaben bedacht und um Rat und Kraft gebeten. Durch unsere Ahnen sind wir in dieses Leben gekommen und durch sie sind wir verbunden mit dem Ursprung des menschlichen Lebens, am Anbeginn der Zeit. Dankbarkeit und Respekt gegenüber den Ahnen ist deshalb die natürliche Geisteshaltung in allen Kulturen, die die Anbindung an das Natürliche noch nicht verloren haben.

Warum aber ist gerade der Holunder so sehr mit der Anderswelt, den Andersweltlichen und den Ahnen verbunden?
Wenn man sich auf den Holunder einlässt, spürt man schnell einen Sog in die Tiefe. Und es erscheint einem, als ob das Reich des Holunder unter der Erde viel größer sei als über der Erde. Der Baum der Frau Holle lädt uns ein, an seinen Wurzeln hinab in die Unterwelt zu steigen und von dort gestärkt und reich mit Gold beschenkt zurückzukehren. So lehrt uns das  Märchen von Frau Holle viel über die tiefe Reinigungs- und Regenerationskraft des Holunder.

·      Früher nutzte man nahezu alle Teile des Holunder für Heilzwecke, beispielsweise auch Rinde und Blätter als stark abführende und brecherregende Mittel und die Blätter äußerlich zur Behandlung von Entzündungen. Vor allem aber kannte man heilende Rituale mit dem Holunder, ja das ganze Zusammenleben mit dem Holunder war eine Grundvoraussetzung für die Gesundheit.

·         Unter dem Hausholunder vergrub man seine abgeschnittenen Haare und Nägel und schüttete das Badewasser der kleinen Kinder aus, damit niemand damit bösen Zauber üben könne und niemand verhext werde. Man nutzte den Holunder, um an ihm Krankheiten abzustreifen bzw. sie auf ihn zu übertragen, indem man rituelle Handlungen ausführte und Zaubersprüche aufsagte. Unter bestimmten Umständen verspeiste Hollerküchle sollten einen für das ganze kommende Jahr vor Krankheit schützen.

·         Der Holunder wurde auch als Geburtsbaum verehrt und wurde auf vielerlei Weise im Brauchtum bei Beerdigungen benutzt. Man glaubte, dass er den ungeborenen Seelen – in die eine Richtung – und den Seelen der Verstorbenen – in die andere Richtung - über die Schwelle half.

·         Voller Ehrfurcht war man vor dem Holunder, der über so mächtige Kräfte verfügt. Wer ihn missachtete, dem konnte es passieren, dass die im Strauch gebundenen negativen Kräfte auf ihn übergehen und ihn ein Unglück oder gar der Tod ereilt.

·         In schamanischen Kulturen geht man auch heute noch ganz selbstverständlich davon aus, dass, wer sich mit den mächtigen Geistwesen der heiligen Pflanzen und Tiere gut stellt, von ihnen mit kraftvoller Unterstützung belohnt wird. Wer mit ihnen jedoch respektlos umgeht, zieht ihren Zorn auf sich. Wenn es unumgänglich ist, heilige Pflanzen zu schneiden oder auszugraben oder die Wohnorte der Geister zu stören, so sollte man dies mit Achtsamkeit tun, um Vergebung bitten und ein Opfer darbringen.

·         Nicht nur die Inhaltsstoffe einer Pflanze sind heilkräftig, schon allein der Umgang mit der Natur kann sich heilsam oder auch zerstörerisch auswirken. Heilpflanzen werden dann wirklich kraftvoll, wenn wir auch ihr Wesen und ihre Geschichte kennen. Die Pflanzenwesen (unsere Ahnen?)  sind uns Menschen im allgemeinen sehr wohlgesonnen. Sie suchen den freundschaftlichen Kontakt mit uns. Wer sich ihnen aufrichtig und liebevoll zuwendet, wird mit offenen Armen empfangen.



siehe auch Svenja Zuther,Dipl.-Biologin und Heilpraktikerin mit dem Schwerpunkt ganzheitliche Pflanzenheilkunde, Gründerin von KUDRA NaturBewusstSein in Bohndorf bei Lüneburg, leitet Seminare zur Heilpflanzenkunde und Pflanzenbegegnung, Organisation der Seminarreihe „Die schamanischen Wurzeln der europäischen Heilkunde“ mit Christian Rätsch und Claudia Müller-Ebeling    www.kudra.net
        

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